{"id":57,"date":"2021-03-09T14:28:51","date_gmt":"2021-03-09T14:28:51","guid":{"rendered":"http:\/\/ev-kita-selters-muenster.de\/?page_id=57"},"modified":"2023-05-12T09:21:45","modified_gmt":"2023-05-12T09:21:45","slug":"eingewoehnung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ev-kita-selters-muenster.de\/?page_id=57","title":{"rendered":"Eingew\u00f6hnung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-black-color has-light-green-cyan-background-color has-text-color has-background\"><em>\u00dcberg\u00e4nge<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">\u00dcberg\u00e4nge sind Ver\u00e4nderungen von allt\u00e4glichen Lebensabl\u00e4ufen und erschlie\u00dfen neue Lebensbereiche (z. B. Aufnahme in die Kindertagest\u00e4tte, \u00dcbergang von der Kindertagest\u00e4tte in die Grundschule). \u00dcberg\u00e4nge sind Phasen von Diskontinuit\u00e4t. Sie geh\u00f6ren zum Lebenslauf eines jeden Menschen. Diskontinuit\u00e4ten sind der Motor f\u00fcr Entwicklung. Wenn \u00dcberg\u00e4nge positiv bew\u00e4ltigt werden, gehen wir gest\u00e4rkt aus ihnen hervor und sehen neuen Ver\u00e4nderungen zuversichtlich entgegen. \u00dcberg\u00e4nge sind jedoch auch Phasen starker Belastungen und bergen bei schlechter Bew\u00e4ltigung Risiken f\u00fcr die weitere Entwicklung. Daher erfordern sie besondere p\u00e4dagogische Aufmerksamkeit und bewusste Gestaltung. Bei der Gestaltung der \u00dcberg\u00e4nge sind bisherige Bindungen die Grundlage, auf der neue Erfahrungsfelder erschlossen und neue Beziehungen aufgebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Im Bereich der Kleinkindbetreuung bedeutet Bindung in erster Linie \u201edas emotionale Band zwischen dem Kind und seiner Mutter (bzw. einer stabilen Bezugsperson), das beide \u00fcber Raum und Zeit hinweg verbindet\u2026 und durch soziales Lernen seine sp\u00e4tere Auspr\u00e4gung erf\u00e4hrt.\u201c <em>(Bolby 1969; Schaffer\/Emerson 1964)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Bindungen an feste Bezugspersonen sind Voraussetzung f\u00fcr eine positive Entwicklung eines Kindes. Nur durch die Bindung zu verl\u00e4sslichen Erziehungspartnern kann ein Kind sich sicher und frei entfalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Aufgrund dieser Erkenntnisse ist es f\u00fcr uns von grundlegender Bedeutung bei der Aufnahme eines Kindes eine vertrauensvolle Beziehung zu dem Kind aufzubauen. Dies geschieht zuerst zu einer festen Bezugsperson, die dem Kind w\u00e4hrend der gesamten Dauer der Eingew\u00f6hnung zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-light-green-cyan-background-color has-text-color has-background\"><em>\u00dcbergang in die Kindertagesst\u00e4tte<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Der \u00dcbergang von der Familie in die Kindertagest\u00e4tte erfolgt nach einem festgelegten Eingew\u00f6hnungskonzept. Dieses Konzept entstand aus den Erfahrungen und Beobachtungen, die wir durch zahlreiche Aufnahmen von Kindern gemacht haben. Es basiert auf den Bed\u00fcrfnissen, die Kinder beim \u00dcbergang von der Familie mit einer festen Bezugsperson und einem \u00fcberschaubaren, vertrauten Umfeld in eine fremde Umgebung mit neuen Bezugspersonen haben. Neben diesem Eingew\u00f6hnungskonzept (als Grundlage) orientiert sich die Eingew\u00f6hnung auch an den individuellen Besonderheiten und Lebensumst\u00e4nden des Kindes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Ein festgelegtes Eingew\u00f6hnungskonzept ist zum einen das Ergebnis einer fundierten Beobachtung bzw. Erfahrungsauswertung und somit ein zielgerichtetes p\u00e4dagogisches Arbeiten im Hinblick auf die kindlichen Bed\u00fcrfnisse. Zum anderen ber\u00fccksichtigt es entwicklungspsychologische Hintergr\u00fcnde, die f\u00fcr die Arbeit mit den Kindern sehr &nbsp;wichtig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Ein erarbeitetes Konzept gew\u00e4hrleistet somit eine kontinuierliche, p\u00e4dagogische Arbeit in einer Einrichtung. Durch das Konzept hat jede p\u00e4dagogische Fachkraft eine gut durchdachte und reflektierte Anleitung an der Hand, nach der sie ihr Tun ausrichtet. Die einzelne p\u00e4dagogische Fachkraft muss somit nicht unter Zeitdruck bei der Eingew\u00f6hnung neu \u00fcberlegen, wie sie diese gestaltet. Zum anderen besteht durch ein schriftliches Fixieren des Eingew\u00f6hnungskonzeptes die M\u00f6glichkeit, dieses bereits beim Aufnahmegespr\u00e4ch mit den Eltern zu besprechen. Das ist wichtig, da das Konzept die Mitarbeit der Eltern an der positiven Gestaltung der Eingew\u00f6hnung voraussetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Ein Konzept beinhaltet eine schriftliche Information f\u00fcr die Eltern; die regelm\u00e4\u00dfige Reflexion, ggf. \u00dcberarbeitung durch die p\u00e4dagogischen Fachkr\u00e4fte; eine detaillierte, schriftliche Ausarbeitung der Vorgehensweise w\u00e4hrend der Eingew\u00f6hnung f\u00fcr den internen Gebrauch; sowie ein systematisches, einheitliches Vorgehen aller Teammitglieder.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">In der schriftlich fixierten Vorgehensweise sind die Rahmenbedingungen festgelegt (z. B. feste Bezugskraft, Urlaubsplanung des Teams ist auf die Eingew\u00f6hnung abgestimmt, Aufenthaltsdauer des Kindes in der Einrichtung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-light-green-cyan-background-color has-text-color has-background\"><em>Eingew\u00f6hnungskonzept<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Der sanfte \u00dcbergang des Kindes aus dem famili\u00e4ren Umfeld (oder aus der Krippe) in die Kindertagesst\u00e4tte ist von gro\u00dfer Bedeutung. Eine stabile Beziehung zu einer fremden Person kann nur allm\u00e4hlich aufgebaut werden. Dies ist am besten gew\u00e4hrleistet, wenn die Gew\u00f6hnung an die neue Umgebung, die anderen Kinder und die noch nicht vertrauten Erwachsenen langsam und unter Begleitung der Eltern vonstattengeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Hierbei orientieren wir uns am \u201eBerliner Modell\u201c. Es ist kein starres Programm, sondern dient als Orientierungsrahmen f\u00fcr die \u00dcbergangszeit vom Elternhaus\/Krippe in die Kindertagesst\u00e4tte. In der Regel betr\u00e4gt die Dauer der Eingew\u00f6hnung vier zusammenh\u00e4ngende Wochen. Die Eltern begleiten w\u00e4hrend dieser Zeit ihr Kind. Manche Kinder brauchen auch mehr Zeit. Wir orientieren uns bei der Entscheidung dar\u00fcber, wie lange ein Kind begleitet werden muss, am Verhalten und Befinden des Kindes (individuell gestaltet).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">1. bis 2. Tag (09.30 bis 10.30 Uhr):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Wir bitten die Eltern, zu bestimmten Zeiten mit ihrem Kind zu kommen, da es f\u00fcr das Kind leichter ist, wenn es zun\u00e4chst immer auf die gleiche Situation trifft. W\u00e4hrend der Eingew\u00f6hnung wird das Kind eine feste Bezugsperson haben. Die Eltern bleiben bei dem Kind in der Gruppe. Das Kind hat so die M\u00f6glichkeit, sich langsam von den Eltern zu entfernen, aber bei Bedarf die Eltern wieder aufzusuchen. Sie sind der \u201esichere Hafen\u201c f\u00fcr ihr Kind. Aus dieser Sicherheit heraus wird das Kind sich recht bald f\u00fcr die neue Umgebung interessieren. Wir bitten die Eltern, sich m\u00f6glichst passiv zu verhalten und die Bezugskraft wird versuchen, Kontakt zu dem Kind aufzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">3. bis 10. Tag (09.30 bis 10.30 Uhr):<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Ein erster Trennungsversuch kann stattfinden. Die Eltern sollten den Gruppenraum f\u00fcr 10 Minuten verlassen (aber in der N\u00e4he bleiben), wenn das Kind zufrieden spielt und keinen Trost und Sicherheit bei ihnen sucht. Es ist sehr wichtig, dass die Eltern sich, wenn sie den Raum verlassen, von ihrem Kind verabschieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Die Reaktion des Kindes auf diesen ersten Trennungsversuch in der neuen Umgebung enth\u00e4lt wichtige Anhaltspunkte \u00fcber die Dauer der Eingew\u00f6hnungszeit. Die Bezugskraft wird die Eltern \u00fcber das weitere Vorgehen beraten. Kann sich das Kind gut von den Eltern l\u00f6sen, so sollten sie nur noch kurz im Gruppenraum bleiben, sich kurz von ihrem Kind verabschieden und das Kind zu der abgesprochenen Zeit wieder abholen. Es ist wichtig, dass die Eltern w\u00e4hrend der gesamten Eingew\u00f6hnung jederzeit erreichbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Die Eingew\u00f6hnungszeit ist abgeschlossen, wenn die Bezugskraft das Kind im Ernstfall tr\u00f6sten\/beruhigen kann und grunds\u00e4tzlich in guter Stimmung spielt. Das muss nicht hei\u00dfen, dass das Kind nicht mehr weint, wenn die Eltern sich nach dem Bringen von ihm verabschieden. Wenn das Kind weint, so dr\u00fcckt es damit aus, dass es die Eltern lieber dabei h\u00e4tte. Es wird sich jedoch nach Abschluss der Eingew\u00f6hnungszeit von der Bezugskraft beruhigen lassen, wenn die Eltern gegangen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color\">Wenn m\u00f6glich, sollten die Eltern ihr Kind in den ersten vier Wochen nur halbtags in der Kindertagesst\u00e4tte betreuen lassen. Zu bedenken ist, dass auch bei einer gut verlaufenden Eingew\u00f6hnungszeit das Kind all seine Kraft und sein K\u00f6nnen braucht, um sich mit den neuen Verh\u00e4ltnissen vertraut zu machen. Eine Ganztagsbetreuung von Anfang an erschwert dem Kind diese Aufgabe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberg\u00e4nge \u00dcberg\u00e4nge sind Ver\u00e4nderungen von allt\u00e4glichen Lebensabl\u00e4ufen und erschlie\u00dfen neue Lebensbereiche (z. B. Aufnahme in die Kindertagest\u00e4tte, \u00dcbergang von der Kindertagest\u00e4tte in die Grundschule). \u00dcberg\u00e4nge sind Phasen von Diskontinuit\u00e4t. Sie geh\u00f6ren zum Lebenslauf eines jeden Menschen. Diskontinuit\u00e4ten sind der Motor f\u00fcr Entwicklung. 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